Thema „Plötzlicher Herztod“

Am 19. November jährlicher Herztag erstmals im Markmillersaal

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 200 000 Menschen am plötzlichen Herztod. Unmittelbar ausgelöst fast immer durch eine Herzrhythmusstörung, das sogenannte Kammerflimmern, das zum Herzstillstand führt. Dieses erschreckende Phänomen ist heuer großes Informations-Thema der Deutschen Herzstiftung und Motto beim alljährlichen Herztag am Dienstag, 19. November, 19 Uhr, erstmals im Markmillersaal. Schon ab 18 Uhr kann man eine Reihe von Infoständen besuchen.

 Thema „Plötzlicher Herztod“

Die Organisatoren des Herztages (v.l.): Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber, Prof. Dr. Sebastian Maier, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum St. Elisabeth, und Elke Mehr, ehrenamtliche Beauftragte der Deutschen Herzstiftung.

Es lässt jeden paralysiert zurück, wenn ein Mensch, den man gestern noch gesehen hat, heute tot sein soll. Plötzlicher Herztod heißt es da oft oder Sekundentod. Von plötzlichem Herztod spricht man laut medizinischer Definition, wenn unerwartet der Tod eintritt bei einer Person, die vermeintlich gesund war; wenn innerhalb einer Stunde nach Beginn der Symptome der Tod eintritt.

Gerechnet auf Straubings Bevölkerungszahl kommen pro Jahr etwa 15 bis 45 Herzkreislaufstillstände vor, im Landkreis etwa 30 bis 90, rechnet Prof. Dr. Sebastian Maier hoch. Der Chefarzt der Kardiologie am Klinikum St. Elisabeth bilanziert auch, dass nur zehn Prozent dieser Patienten überleben. Knackpunkt ist oft die Reanimation. Würde ohne Zeitverzug von Ersthelfern reanimiert, könnten wesentlich mehr Menschen überleben. Menschen brechen in aller Öffentlichkeit zusammen, aber oft traut sich niemand, Wiederbelebungsmaßnahmen einzusetzen. Oft aus Angst, etwas verkehrt zu machen. Dabei, bestätigt Prof. Maier, sei eigentlich nur eins verkehrt, nämlich nichts zu tun. Statistisch nur in 42 Prozent der Fälle hilft jemand. Und zwar sofort – bis der Rettungsdienst kommt. „Man muss nicht einmal zwingend Mund zu Mund beatmen“, sagt Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber. Herzdruckmassage könne allein schon viel bewirken. In Straubing gibt es dazu eine Reihe von Projekten, für Schüler, Firmenbelegschaften, mit einem dichten Netz an öffentlich zugänglichen Defibrillatoren und in absehbarer Zeit auch noch einer App.

Risiko: Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin

Vom plötzlichen Herztod betroffen sind vor allem Menschen im mittleren und höheren Alter. Männer öfter als Frauen. Oft sind es Menschen, die bereits herzkrank sind. Risikopatienten sind jene mit Bluthochdruck, Diabetes, hohem Cholesterin. Aber auch Genetik, Übergewicht und vor allem Alkohol und Rauchen spielen eine Rolle, sagt Prof. Sebastian Maier. Mitunter sind sogar aktive Sportler betroffen. Genetische Faktoren oder auch eine verschleppte Grippe, die sich aufs Herz schlägt, seien dabei häufig Ursache, so Dr. Regine Langer-Huber. Deshalb sollte man ein Auge auf sein Herz haben.

Was kann man zur Vorbeugung tun? Was gibt es für Therapien gegen bedrohliche Herzrhythmusstörungen? Viele Gründe, den plötzlichen Herztod bei einer Arzt-Patientenveranstaltung am Dienstag, 19. November, 19 bis 21 Uhr, zu thematisieren. Dazu haben sich Klinikum St. Elisabeth, MVZ am Klinikum St. Elisabeth, Klinik Bogen, die Praxis Dr. Huber/Dr. Langer-Huber mit Ärztlichem Kreisverband, Volkshochschule, Deutscher Herzstiftung und erstmals Gesundheitsregion Plus zusammengetan. Erstmals findet die Veranstaltung im Magnobonus-Markmiller-Saal statt. Die Organisatoren bedanken sich für das Entgegenkommen der Barmherzigen Brüder.

Der Eintritt ist frei. Bereits ab 18 Uhr kann man sich an Infoständen von Herzstiftung, Gesundheitsregion Plus, BRK und Malteser Hilfsdienst informieren.