Organspende. Wichtig. Lebenswichtig.

Infostand auf dem Theresienplatz zum bundesweiten Tag der Organspende

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Mediziner, Transplantierte und Mitglieder von Selbsthilfeeinrichtungen klärten am Tag der Organspende mit vielen Informationen die Bevölkerung auf.

Rund 11 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Im Schnitt stirbt alle acht Stunden ein Patient auf der Warteliste. Darauf haben Mediziner, Transplantierte und Mitglieder von Selbsthilfeeinrichtungen am Tag der Organspende am Samstag bei einem Infostand aufmerksam gemacht.

Viele Mediziner wie Dr. Beate Biermeier vom Gesundheitsamt, niedergelassene Ärzte wie Dr. Regine Langer-Huber und aus dem Klinikum St. Elisabeth Prof. Dr. Robert Obermaier klärten mit den Vertretern der Hilfsgemeinschaft mit Siegfried Bäumel an der Spitze die Besucher auf, darunter auch Staatssekretär Josef Zellmeier mit Familie.

Die Betreuung der Patienten über die Transplantation hinaus sei sehr wichtig, betonte Dr. Wolfgang Schaaf vom Klinikum. Organspenden in Deutschland sind selten und täglich sterben Patienten, denen mit einer Organspende wieder Leben geschenkt werden könnte.

Als Betroffener teilte auch Stephan Tumat, dritter Bürgermeister von Kirchroth, seine Erfahrungen mit Passanten. Er hatte vor vier Jahren eine Niere von seiner Schwiegermutter erhalten. Bis zum OP-Termin führte Stephan Tumat eineinhalb Jahre lang die Dialyse alle sechs Stunden zu Hause manuell durch. Heute lebt er mit Tabletten, aber ansonsten ohne größere Probleme. Und die so lange vermisste Lebensqualität sei damals auch zurückgekehrt. Man lebe immer mit der Hoffnung, ein Spenderorgan zu bekommen, meinte der Bezirkskaminkehrermeister.

Der 84-jährige Walter Bücherl hat am Samstag für die Widerspruchslösung geworben. Dabei gelten zunächst alle Menschen als Organspender, wenn sie nicht ausdrücklich widersprochen haben. Also genau umgekehrt wie in Deutschland. Bücherl lebt schon seit beinahe elf Jahren mit einer transplantierten Niere. Zuvor erlebte er zwei harte Jahre mit der Bauchfelldialyse.

Der Anruf für ein normales Leben kam in der Nacht aus dem Klinikum Rechts der Isar. Bücherl setzte sich ins Auto und fuhr nach München. Und früh um 4 Uhr erhielt er seine Spenderniere. Nach drei Wochen kam er zurück. Am Anfang gab es noch kleine Probleme. Heute hat Walter Bücherl mit seinen Medikamenten alles fest im Griff.