Herz trifft Auge

Warum sollten Kardiologen, Internisten und Augenärzte zusammenarbeiten?

„Herz trifft Auge“ lautet der Titel des nächsten Vortrags an der Patientenakademie des Arbeitskreises niedergelassener Fachärzte Straubing-Bogen am Mittwoch, 6. Februar, 18.30 Uhr, im Hotel Gäubodenhof, Theresienplatz 32. Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber und Augenarzt Dr. Simon Leicht sind die Referenten des Abends.

Das Auge ist ein Organ, das sehr viel Energie benötigt und deshalb auf eine gute Durchblutung angewiesen ist. Unser Herz pumpt dieses Blut durch den Körper und so auch durch unser Auge. Dieses System wird durch die typischen Gefäßkrankheiten bei Bluthochdruck, Diabetes mellitus sowie generalisierte Arteriosklerose bei erhöhten Blutfettwerten und Nikotingenuss oft erheblich beeinträchtigt.

Erkrankungen des Herzens selbst wie Vorhofflimmern mit Gerinnselbildung und dadurch verursachte Embolien können das Auge direkt durch Verschlüsse der Netzhautgefäße bis hin zum vollständigen Sehverlust schädigen. Treffen diese Embolien in das Gehirn, kann auch die Verarbeitung der Signale, die das Gehirn aus dem Auge erhält, gestört werden und zu einem Verlust der Sehwahrnehmung oder einer Fehlfunktion der Augenmuskeln führen. Ferner kann in sehr seltenen Fällen eine Entzündung der Herzklappen in das Auge verschleppt werden und dort zu einer verheerenden Entzündung führen.

Auch Herzmedikamente wirken sich auf das Auge direkt aus. Blutdrucksenker wie Clonidin und Betablocker werden nicht nur in Tablettenform als Herzmedikamente verwendet, sondern auch als Augentropfen zur Behandlung des tückischen Glaukoms (Grüner Star) eingesetzt. Andererseits können aber auch Nebenwirkungen wie trockenen Augen auftreten. Andere Medikamente wie Amiodaron verursachen Einlagerungen in der Hornhaut – oft schon in einer normalen Wirkdosis.

Risikofaktoren für das Auftreten von Herzerkrankungen stellen in vielen Fällen auch Risikofaktoren für schwere Augenerkrankungen dar. Für die feuchte altersbedingte Maculadegeneration ebenso wie für die endokrine Orbitopathie bei Schilddrüsenüberfunktion ist Rauchen Hauptrisikofaktor.

Bei hohem Cholesterin und Blutfettwerten kann es zu Ablagerungen in der Hornhaut (Arcus lipoides) oder an den Lidern (Xanthelasmen) kommen, welche auch Erstsymptom einer solchen Stoffwechselerkrankung sein können. Schließlich gibt es Erkrankungen, die sowohl das Herz als auch das Auge erfassen können. Hierbei seien vor allem der Diabetes mellitus, die arterielle Hypertonie und seltener auch rheumatische Erkrankungen genannt.

Das Auge bietet dem Augenarzt durch die Betrachtung der Augenstrukturen einen guten und vor allem direkten Blick auf den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems und kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig fußen viele Erkrankungen des Auges auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und erfordern daher eine enge Zusammenarbeit von Kardiologie und Augenheilkunde.

Referieren am 6. Februar bei der Patientenakademie:

 

Herz trifft Auge_Langer-Huber

Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber

Herz trifft Auge_Leicht

Augenartz Dr. Simon Leicht