Einmaleins der Wiederbelebung

Sieben Pilotschulen teilen Erfahrungen des Projekts „Ein Leben retten"

Viele wissen, dass im Falle eines Herzstillstands eine Herzdruckmassage über Leben oder Tod entscheiden kann. Trotzdem trauen sich die meisten nicht zu, oft aus Angst etwas falsch zu machen und ein Leben eher zu gefährden statt zu retten, erklärte Sandra Krä, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus. Um Menschen diese Angst zu nehmen, wurde das Projekt „Ein Leben retten" eingeführt.

Dabei werden gezielt Schüler in der Unterstufe angesprochen. Kinder sollen durch das Üben an speziellen, aufblasbaren Puppen möglichst früh mit der Maßnahme vertraut gemacht werden. Und das nicht nur einmal im Jahr, im Rahmen eines Ersten-Hilfe-Kurses, sondern regelmäßig in den Stundenplan eingebunden.

„Leben retten" begeistert vor allem junge Schüler

„Ein Leben retten" wurde von Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber, Chefarzt Prof. Dr. Sebastian Maier, Notarzt und Chirurg Dr. Albert Solleder und dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdiensts Christian Ernst ins Leben gerufen. Gesundheitsregion plus, Rotary Club Straubing-Gäuboden, Malteser und das Bayerische Rote Kreuz arbeiten zusammen mit den Verantwortlichen an diesem Projekt. Sieben Schulen haben das Programm bereits übernommen. Lehrer teilten am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung für andere Schulen ihre Erfahrungen.

Die Mittelschule St. Stephan in Alburg, bei der die Veranstaltung stattfand, das Anton-Bruckner-Gymnasium und das Ursulinengymnasium erzählten, mit welch großem Interesse und Neugier vor allem die jungen Schüler an die Sache herangehen. Mit etwas Vorbereitungszeit eignet sich der Lebensretterunterricht gut für Vertretungsstunden. Viele binden es in den Biologieunterricht mit ein oder während der Ski- und Wandertage. „Die Puppen sind zu zweit schnell aufgebaut und äußerst robust", sagte eine Lehrerin des Anton-Bruckner Gymnasiums.

Das Programm hat mittlerweile 43 Lehrer als Multiplikatoren ausgebildet und somit 889 Schüler innerhalb eines Schulhalbjahres erreicht. „Das ist zwar eine tolle Summe, aber wir wollen noch mehr", sagte Krä. Schließlich kann ein Herzstillstand tödlich sein, wenn man nicht sofort mit der Wiederbelebung beginnt.

Aktuelles

Mithilfe der aufblasbaren Puppen können Schüler aus eigener Hand erfahren, wie eine Herzdruckmassage funktioniert.

Aktuelles

Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber (v. l.), Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Chefarzt Prof. Dr. Sebastian Maier gehen mit gutem Beispiel voran und demonstrieren eine Herz-Lungen-Wiederbelebung.