Bauchweh?

Arzt-Patientengespräch am 25. September

 

„Wenn der Bauch brennt – akute und chronische Darmentzündungen“ heißt das Thema des Arzt-Patienten-Gesprächs am Dienstag, 25. September, 19 Uhr, in den Räumen des Rehazentrums im Gäubodenpark. Es referieren Elisabeth Kappl von der Deutschen Morbus Crohn /Colitis ulcerosa Vereinigung, Diätassistentin Sabine Metz-Rem und Magen-Darm-Arzt Dr. Martin Huber. Einen Schwerpunkt werden die Akteure auf Lactoseintoleranz, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen legen.

Meterlange Supermarkt-Regale mit Fertiggerichten sprechen Bände. Immer mehr Menschen ernähren sich mit Industrieprodukten. Die Zutatenlisten sind ellenlang, lesen sich mitunter wie ein Beipackzettel von Medikamente. Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Süßungsmittel, Farbstoffe, künstliche Aromen. Naturbelassene, selbst gekochte Gerichte schmeckten manchen Menschen gar nicht, sagt Sabine Metz-Rem. Es schmecke für ihren Gaumen zu fad.

Lactose- und Fructose-Intoleranz, Gluten-Unverträglichkeit sind heute vielzitierte Schlagworte. Beachten müsse man dabei die unterschiedlichen Begriffe. Eine Allergie zeige beim Betroffenen sofort Effekt, während die Unverträglichkeit eine schubweise Beeinträchtigung sei. Der Körper toleriere ein gewisses Maß, aber wenn das überschritten werde, komme es zu Reaktionen.

Ein gängiger Weg der Ursachenermittlung sei, auszutesten, auf welches Lebensmittel man reagiere und das dann zu meiden, sagt Sabine Metz-Rem. Schwierig wird das allerdings, wenn es tatsächlich vor allem um industriell verarbeitete Lebensmittel geht. Deshalb rät Dr. Martin Huber Patienten in solchen Fällen, eine Woche lang aufzuschreiben, was sie tatsächlich zu sich nehmen. Dann kann die Detektivarbeit beginnen.

Bauchschmerzen können viele Ursachen haben. Eine Facette, die gar nicht wenige Menschen betrifft: Statistiken zufolge gibt es in der Bundesrepublik allein 400 000 Menschen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden. „Endlich eine Diagnose!“ ist vielsagend die aktuelle Broschüre der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung (DCCV) überschrieben. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind mittlerweile bekannte Begriffe. Die Ursachen kennt man nicht wirklich. Ernährung, Umweltfaktoren, Genetik spielen eine Rolle. Nicht minder ein Ungleichgewicht bei der Besiedelung des Darms mit notwendigen Bakterien. Zwischenzeitlich gibt es erhebliche Fortschritte in der Therapie, die schubweisen Attacken gut unter Kontrolle zu halten beziehungsweise beschwerdefreie Phasen zu verlängern.

Aktuelles

Laden ein zum Arzt-Patientengespräch (v.l.): Elisabeth Kappl von der Deutschen Morbus Crohn /Colitis ulcerosa Vereinigung, Diätassistentin Sabine Metz-Rem und Magen-Darm-Arzt Dr. Martin Huber.

Info

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Hab ein Auge auf dein Herz“, die gemeinsam von der Praxis Dr. Huber/Dr. Langer-Huber, dem Klinikum St. Elisabeth, dem Vitalsportverein, Rehazentrum sowie der Deutschen Herzstiftung veranstaltet wird und allen Interessierten kompakte Informationen zu Medizinthemen gibt. Gleichzeitig können Fragen gestellt werden. Der Eintritt dazu ist frei. Die DCCV, die bei dieser Veranstaltung mit im Boot ist, zählt allein in Bayern 21 000 Mitglieder und versteht sich als Patientenvereinigung. Sie betreibt Öffentlichkeitsarbeit und fördert die einschlägige Forschung.