Atemnot, Schwindel, Angst

„Herz außer Takt“ als Schwerpunkt beim Herztag – Bewegung und gesunde Ernährung

Vorhofflimmern, die häufigste Herzrhythmusstörung, und das Erkennen und Behandeln von Herzrhythmusstörungen sind Themen beim Herztag in der AOK gewesen.

Die Deutsche Herzstiftung veranstaltet jedes Jahr eine Aufklärungskampagne, die in Straubing von der AOK, dem Ärztlichen Kreisverband, der Volkshochschule, dem Klinikum St. Elisabeth, dem MVZ, der Klinik Bogen, der Kardiologie im Facharztzentrum Bogen sowie der Praxis Dres. Huber/Langer-Huber veranstaltet wird.

Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung stellte das neu aufgelegte Heft zum Thema Vorhofflimmern vor und erklärte, die Deutsche Herzstiftung habe über 100 000 Mitglieder und werde nicht von der Pharmaindustrie unterstützt. Daher sei man auf Spenden, Mitgliedsbeiträge und Nachlässe angewiesen, denn „Forschung gibt es nicht zum Nulltarif“.

 

Unbehandelt kann es zum Schlaganfall kommen

Dr. Andreas Pöschl, Oberarzt Innere Medizin und Kardiologie in der Klinik Bogen, sprach über gutartige und bedrohliche Herzrhythmusstörungen. Unter anderem könnten eine koronare Herzkrankheit, Herzmuskelentzündung, Volumen- oder Druckbelastung des Herzens, Stress, Medikamente oder Alkohol zu Herzrhythmusstörungen führen. Diese könnten sich durch Herzstolpern, Engegefühl in der Brust, Angst, Atemnot, Schweißausbrüche oder Schwindelgefühle bemerkbar machen. Vorhofflimmern als häufigste Herzrhythmusstörung sei an sich nicht lebensbedrohlich, könne unbehandelt aber zu Schlaganfall oder Herzschwäche führen. Die Ursachen für ein Vorhofflimmern seien noch unbekannt, so Dr. Christian Baier vom Facharztzentrum am Klinikum St. Elisabeth, Fachbereich Kardiologie. Zu den Risikofaktoren zählten höheres Alter, Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen, Übergewicht und Alkohol. Vorhofflimmern könne kurzzeitig auftreten und von selbst wieder aufhören, länger als eine Woche andauern, aber meist durch eine Therapie beendet werden oder es bleibe dauerhaft bestehen.

Dr. Christoph Günther vom Facharztzentrum am Klinikum St. Elisabeth, Fachbereich Kardiologie, ging auf Blutverdünner-Medikamente, deren Vor- und Nachteile sowie Nebenwirkungen ein. Das bekannteste Medikament ist Marcumar, das von 500 000 Patienten täglich in Deutschland genommen wird.

Aktuelles

Betonten die Wichtigkeit des Herztags: (v.l.) Dr. Andreas Pöschl, Dr. Christoph Günther, stellvertretender AOK-Direktor Hermann Dreyer, Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. Sebastian Maier, Dr. Regine Langer-Huber, Dr. Dionys Daller, Dr. Christian Baier sowie Oberbürgermeister Markus Pannermayr.

Wenig Alkohol und wenig Nikotin

Dr. Regine Langer-Huber, Ärztin am Facharztzentrum Fachbereich Kardiologie in Straubing, erklärte, wie man die Herzfrequenz messen könne, sagte aber auch, dass der Patient nicht zwischen häufig auftretenden Extraschlägen und einem Vorhofflimmern unterscheiden könne. Dies könne nur der Arzt mit einem EKG. Bewegung sei die Therapie des 21. Jahrhunderts, so Langer-Huber. Regelmäßiges Ausdauertraining könne das Risiko erneuter Vorhofflimmeranfälle deutlich senken. Auch ein optimierter Lebensstil mit gesunder Ernährung, wenig Alkohol und Nikotinverzicht sei ratsam.

Am Schluss standen die Ärzte noch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Sebastian Maier, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth, und Dr. Dionys Daller, Chefarzt der Inneren Medizin der Klinik in Bogen und Kardiologe im Facharztzentrum Bogen.

Vor dem Vortragsabend konnten Besucher schon am Stand der Deutschen Herzstiftung vorbeischauen, sich über die Versorgungsprogramme für chronisch Kranke informieren oder sich von Diplom-Oecotrophologin Andrea Götz zur mediterranen Kost beraten lassen.